Selfpublishing & Nachhaltigkeit

Von Robert

Dienstag, 04. Dezember 2019
Lesezeit: 4 Minuten

Hej ihr!

Wie ihr ja wisst, steht Weihnachten vor der Tür. In diesem Jahr verschenken die beste Frau der Welt und ich noch mehr gebrauchte oder selbstgebastelte Dinge als im letzten Jahr. Uns ist Nachhaltigkeit sehr wichtig. Und mit drei Kindern sollten wir besonders auf einen kleinen CO2-Fußabdruck achten. Gerade auch weil wir Deutschen sehr viel Plastikmüll verursachen.

Flying Cheese gibt es nun seit einem Jahr (Happy Birthday to me!). Mir war es von Anfang an wichtig, dass dieser Nachhaltigkeitsgedanke ein zentrales Thema einnimmt. Dass mein persönliches Streben nach weniger Müll und nach einem kleinen Fußabdruck nicht an der Haustür aufhört, sondern auch in mein Selfpublisherleben greift, ja sogar das ganze Leben um mich herum besser gestaltet.

Seit einigen Jahren werden über 800 Plastiktüten in diesem einen Büro gespart.

Das geht sogar soweit, dass ich mit meinen Kindern den Verpackungsmüll vom Kindergartenweg aufsammle. Dass mein mittlerer Wirbelwind nach dem Turnen eine Oma mit „Das ist schlecht für die Natur!“ anfurzt, weil ihr Enkel eine Capri Sonne trinkt. Oder ich die Mülleimer im Büro der Tech Company reduziere. Diese werden täglich geleert, egal wie wenig Müll in den Tüten steckt. Seit einigen Jahren werden über 800 Plastiktüten in diesem einen Büro gespart.

Ich als Mensch habe die Pflicht, unseren Planeten so sauber und gesund wie möglich zu halten. Und klar ist auch: Als Mikroökonomie habe ich mit Flying Cheese die Pflicht, mit bestmöglichem Beispiel voran zu gehen. Auch möchte ich andere kleine und kleinste Unternehmen inspirieren, mehr auf ihre Verpackungen und ihre Herstellungsprozesse zu achten.

Dabei bin ich noch lang nicht an meinem Ziel. Bei mir ist Nachhaltigkeit ein kontinuierlicher Prozess. Ich möchte stetig besser werden, noch umweltfreundlicher. Denn ich weiß, dass dies auch meinen Leser*innen wichtig ist.

Die folgenden Dinge habe ich bereits umgesetzt:

  • Zuhause beziehe ich Ökostrom. Damit läuft mein Notebook, mit dem ich meine Geschichten schreibe.
  • Ich nutze ein gebrauchtes Notebook anstatt eines neuen.
  • Meine Bücher drucke auf zertifiziertem Recyclingpapier (also mit dem blauen Engel). Alle kommenden, von mir produzierten Bücher, werden ebenfalls auf Recyclingpapier gedruckt. Ebenso meine Flyer und Lesezeichen. Das heißt, dass dafür kein einziger Baum gefällt wird.
  • Ich lasse in Deutschland drucken. Der Mindestlohn für die Drucker ist somit garantiert.
  • Für den Versand nutze ich nur Verpackungsmaterialien aus Papier und Karton.
  • Für Messen und Cons nutze ich kompostierbare Kunststofftüten aus Maisstärke von Biobiene.com

Im nächsten Jahr möchte ich mit Flying Cheese noch nachhaltiger werden:

  • Ich möchte Verpackungsmaterial nur aus recyceltem Papier und Karton verwenden.
  • Ich möchte meine Bücher klimaneutral versenden.
  • Ich möchte eine Ausweisung des CO2-Verbrauchs für die Herstellung meiner Bücher angeben.
  • Ich möchte auf Messen und Cons mehr nachhaltige Materialien einsetzen (wie z.B. Gewebeband oder Tüten auf Papierbasis) und umweltfreundlich anreisen (generell will ich weniger Auto fahren, weil ich das enfach nicht mag).

Und sind es nicht wir Kreativen, die es anders und besser machen wollen?

Jetzt kommt die ultimative Frage an euch Selfpublisher, Designer, Graphic- oder Comic-Artists? Habt ihr schon einmal über mehr Nachhaltigkeit in eurem Business nachgedacht? Habt ihr schon einmal nach Druckereien gesucht, die umweltfreundlich produzieren und eure Bücher, Flyer, Lesezeichen, whatever auf Recyclingpapier drucken? Der Preisunterschied ist meist gar nicht so groß.

Oft fällt mir auf, dass wir Selfpublisher und Artists unser Verpackungssystem und die Herstellung unserer Produkte möglichst günstig halten. Ich weiß selbst, dass, selbst wenn wir unser Business „nur“ nebenbei führen, wir trotzdem auf unsere Wirtschaftlichkeit achten.

Das ist ein löblicher Ansatz, doch leider bekommen wir dafür häufig Produkte oder Verpackungen, die der Umwelt nicht gut tun. Dann werden unsere Romane auf normalem Papier gedruckt, für das Bäume gefällt werden. Dann gibt es an unseren Ständen Plastiktüten für unsere Art Prints. Doch es geht auch anders.

Wir sollten Dinge nicht machen, nur weil andere sie auch tun. Wir sollten uns öfter selbst schlau machen, Dinge und Automatismen hinterfragen. Dafür tragen wir das „Self“ im Namen. Wir haben unseren eigenen Kopf. Und sind es nicht wir Kreativen, die es anders und besser machen wollen?

Ein produzierendes Gewerbe sollte mit seinen Produkten und seinem Versand immer die für die Umwelt am verträglichste Lösung nutzen.

Die einzige Maxime, die meiner Ansicht nach unumgänglich ist, lautet: Ein produzierendes Gewerbe sollte mit seinen Produkten und seinem Versand immer die für die Umwelt am verträglichste Lösung nutzen.

Wobei „produzierendes Gewerbe“ so industriell klingt für das, was ich mache. Ich betreibe Flying Cheese ja fast ausschließlich von meinem Computer aus zu den Zeiten, in denen ich weder arbeite, meine Kinder betreue, noch schlafe (Moment: Gerade bringe ich meine Kinder ins Bett :D). Also in sehr, sehr kleinen Nischen meines chaotischen Drei-Kinder-Alltags. Dennoch ist es mir ungeheuer wichtig – wie anfang gesagt – auch bei Flying Cheese auf Nachhaltigkeit zu achten. Das habe ich 2019 versucht und das werde ich 2020 noch weiter ausbauen.

Bis dahin, Robert