DIMENSION – SCHATTEN IM HABITAT

ETWAS HAT ÜBERLEBT. UND IST HINTER DIR HER!

Die Besatzung der Sirio sitzt im Orbit Aurigas fest. Das Wurmloch ist verschlossen und damit der einzige Weg zurück zur Erde. Fieberhaft sucht man nach einer Möglichkeit, die Beschaffenheit des extraterrestrischen Ringobjekts zu entschlüsseln.

Doch während eines vermeintlich routinemäßigen Außeneinsatzes geschieht ein verhängnisvoller Unfall, der alles verändert. Viktor Ford weigert sich, an bloßen Zufall zu glauben, denn er findet Hinweise, welche auf eine finstere Bedrohung schließen lassen.

Die Mannschaft, allen voran die Sicherheitschefin Kate Harris, glaubt Viktor nicht. Sie gibt ihm die Schuld daran, dass das Forschungsschiff 730 Lichtjahre von der Erde entfernt festsitzt.

Doch nach und nach kommt es zu weiteren unerklärlichen Unfällen und zu Fehlfunktionen an der Bordtechnik. Viktor ist kurz davor, die Wahrheit aufzudecken, als das Undenkbare geschieht …

Tauche ein und erlebe mit »Dimension 2 – Schatten im Habitat« ein Science-Fiction-Abenteuer, das dich von der ersten bis zur letzten Zeile fesseln wird. Enthülle die dunklen Geheimnisse der fremden Dimension! Jeder Band ist abgeschlossen.

Wer Romane von Dominik A. Meier, Joshua Tree, David Reimer oder Brandon Q. Morris mag, wird seine wahre Freude an »Dimension« haben.

Erlebe ein interstellares Abenteuer!

Dimension (Erstkontakt Trilogie):

Band 1: Aufbruch nach Auriga
Band 2: Schatten im Habitat
Band 3: Die dritte Erde

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LESEPROBE

Mit einem aggressiven Zischen schob sich die äußere Schleusentür auf und präsentierte mir das endlose Nichts. Die Anzeige im Head-Up-Display meines Helms musste von der Heftigkeit meines Pulses und meiner Atmung wahre Albträume bekommen.
»Was ist los, Ford«, hörte ich Sarah Masons Stimme aus dem Lautsprecher im Helm. »Hast du Schiss oder einen Herzinfarkt?«
»Könnt ihr hellsehen?«, ächzte ich und trieb langsam an die Öffnung heran, an der die beiden Astronauten auf mich warteten.
»Wir sehen deine Vitaldaten, Ford«, erklärte Mason, ohne mich anzusehen.
»Bitte«, sagte ich. »Nennt mich ruhig Viktor. Das ›Ford‹ klingt immer so, als wäre ich ein Auto.«
»Wir nennen dich, wie wir wollen. Du bist schließlich ganz unten in der Hackordnung. Verstanden?«
Die Wartungstechnikerin Sarah Mason und ihr Kollege Haoyu Lin kletterten derart routiniert durch die Außenschleuse, als würden sie in ihrem Leben nichts anderes tun. Mit ihren kompakten MMUs schwebten die beiden Techniker in der Leere und entschwanden meinem Blick. Ich dagegen hing wie ein Hund an einem Sicherungsseil, welches verhindern sollte, dass eine Fehlentscheidung mich in die tintenschwarze Ewigkeit hinaus trieb.
Ich neigte meinen Kopf und hielt den Atem an, als ich den Schutz der Schleuse verließ. Beeindruckt sah ich mich um. Hell erleuchtet kreiste der Habitatring der Sirio um uns. In den vier mächtigen Speichen, mit denen der Ring am Rumpf des 225 Meter langen Forschungsschiffs befestigt war, sah ich kleine Fenster und in ihnen einige vorbeihuschende Personen. Die Techniker Mason und Haoyu waren längst auf dem Weg zu unserem heutigen Ziel, welches ein paar hundert Meter vor uns in der Dunkelheit trieb. Mit einem kurzen Druckluftstoß ihrer Steuer-Rucksäcke, deren sperrigen Namen ›Manned Maneuvering Unit‹ man der Einfachheit halber ›MMU‹ abkürzte, korrigierten die beiden ihre Flugbahn.
»Ist das datenschutzrechtlich überhaupt abgedeckt?«, fragte ich. »Also das mit den Vitaldaten, meine ich.«
»Oh«, sagte Haoyu düster. »Hast du das gehört, Mason? Die Mimi macht sich Sorgen, dass wir sie als ›ungeeignet‹ einstufen.«
»Was, glaubst du, macht der Captain mit dir, wenn er rausbekommt, dass du dich vor deiner Arbeit drücken willst?«, fragte Sarah Mason.
»Ich bin Kolonieplaner und kein degenerierter Raumschiffmechaniker.«
»Dünnes Eis, Ford«, knurrte Mason. »Ganz dünnes Eis. Schließlich haben wir es dir zu verdanken, dass wir hier festsitzen. Ich erinnere dich gern noch einmal daran, dass du das verdammte Wurmloch zerstört und damit den einzigen Weg zurück zur Erde geschlossen hast.«
»730 Lichtjahre«, sinnierte Haoyu. »Das ist ‘ne verdammt lange Strecke.«
»Nicht nur das«, sagte Mason. »Wir stecken ja sogar in einer komplett anderen Galaxie.«
»In einer anderen Dimension«, korrigierte ich die Technikerin.
Bedächtig schoben die zwei kleinen Düsen an meinem Sauerstofftank mich den Technikern hinterher. Unter mir lag Auriga. Auf der blaugrün schimmernden Oberfläche erkannte ich üppigen Urwald, von grauen Gebirgen durchzogen, zergliederte Küsten mit zahllosen Inseln, gigantische Wolkenbänder. Zwei Wochen war es her, seit man mich von dem Exoplaneten gerettet hatte, nachdem mein Shuttle bei einem Erkundungsflug abgeschossen worden war und ich dort unten notlanden musste.
»Hört zu«, sagte ich zu den Astronauten vor der beeindruckenden Planetenkulisse. »Ich habe nie vorgehabt, den Korridor zur Erde zu schließen. Das hat Captain Conteh, denke ich, soweit allen klar und deutlich erklärt. Hätte ich den Energiezylinder des Rings nicht zerstört, würde es in diesem System nur so von diesen aggressiven Außerirdischen wimmeln. Und ich kann euch versichern, sie hätten die Sirio längst zerstört.«
Ich erreichte Mason und Haoyu, die bereits am Ziel waren. Es war ein Wrackteil, von dem wir annahmen, dass es von der Außenhülle des ringartigen Objekts stammte, welches das Wurmloch erschaffen hatte. Die beiden Techniker blickten mich durch ihre Visiere an, als wäre ich eine Warze.
»Tja«, sagte Haoyu und hangelte sich an der zerrissenen Kante des etwa 10 x 10 Meter großen Metallteils entlang. »Zu schade, dass nur du diese ›bösen Aliens‹ gesehen hast.«
In mir stieg nicht nur die Magensäure von zu viel morgendlichem Kaffee auf, sondern auch eine gehörige Portion Wut.
»Nein, verdammt«, sagte ich. »Auch Alhaadi Adan und Mira Langley haben die Borsok gesehen.«
Mason war am anderen Ende des Wrackteils und löste einen der Saugnäpfe von ihrem Gürtel. Ihr abschätziges Lachen drang in meinen Helm.
»Meinst du etwa dieses Pilotenweichei und die zugeknöpfte Psychotante? Jetzt hör mir genau zu, Ford. Es ist mir scheißegal, was für einen Mist du durchlebt hast. Wir sitzen hier fest, wegen dir. Und ich will nichts anderes, als von diesem Scheißplaneten zu verschwinden. Auriga sollte ein Wüstenplanet sein, aber seit wir wissen, dass dieses Wurmloch uns in eine parallele Galaxie …«
»Dimension«, pfiff ich durch meine zusammengepressten Zähne.
»Meinetwegen Dimension. Seit wir das wissen, habe ich keine Lust mehr auf eine mehrjährige Forschungsmission. Niemand an Bord der Sirio hat das. Alle wollen nur noch nach Hause. Und was machen wir stattdessen?«
»Materialanalysen«, antwortete Haoyu. »Mir ist das total schnuppe, aus was für einem Material diese Aliens ihre Raumstation gebaut haben.«
Im Grunde verstand ich den Missmut der beiden Techniker. Ich wäre genauso sauer auf jemanden gewesen, der durch eine seiner Entscheidungen mein Schicksal besiegelt hätte. Die ganze Mission zur Erforschung Aurigas war vollkommen aus dem Ruder gelaufen, nachdem wir festgestellt hatten, dass es nicht der Planet war, den wir zuvor untersucht hatten. Wobei dies nur zum Teil stimmte, denn Auriga war ein und derselbe Planet nur in einer anderen Dimension. Das war etwas, das viele Menschen an Bord der Sirio überhaupt nicht begriffen, und somit etwas, das ihnen Angst machte.
»Kontrolle an Außenteam«, drang eine helle und vertraute Frauenstimme in meinen Helm. »Wie ist die Lage bei euch?«
»Hey, Sally«, sagte Mason. »Es ist arschkalt. Könnt ihr uns einen Kaffee rausbringen?«
»Und Zigaretten«, fügte Haoyu hinzu.
»Ihr werdet nicht fürs Pause machen bezahlt«, sagte Sally.
»Wir werden hier für überhaupt nichts bezahlt«, spottete Mason. »Nicht mal fürs Babysitten.«
»Soweit ich weiß, ist Viktor älter als ihr beide.«
Ich musste unfreiwillig schmunzeln, war Sally doch jemand, der in den acht Wochen unserer Weltraumreise schon eine Nacht in meinem Bett verbracht hatte. Ihr dichtes kurzes Haar und ihre beeindruckend dunklen Augenbrauen verliehen der kleinen Frau eine wahnsinnig aparte Aura. Ich musste höllisch aufpassen, dass die Erinnerung an die feuchtfröhliche Nacht mit ihr mich nicht unaufmerksam werden ließ. Außerdem wartete Mira an Bord auf mich. Die Psychotante, wie Mason sie genannt hatte.
Sally sprach weiter: »Ich sehe gerade, das Wrackteil ist so groß, wie ihr vermutet habt. Bringt es am besten zu einem der Shuttle-Lifts der Explorer.«
»Du bist der Boss, Sally«, sagte Mason versöhnlich.
»Wäre auch schlimm, wenn nicht!«, lachte die Frau im Kontrollzentrum.
Ich sah zum Habitatring auf und fragte mich, ob sie uns sehen konnte. Irgendwo in dem gewaltigen Ding genoss sie die erdnahe Gravitation und schlürfte vermutlich mit einem Strohhalm Cola aus einem Pappbecher. Wenn es Eines gab, was sie am besten charakterisierte, dann das.
Dann sagte sie: »Okay, dann bringt das Teil runter. Ich fahre euch Lift 4 raus.«

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