PREDOMINATION – DAS GRAUEN IN DEINEM HAUS

VON RYAN ROCKWELL

Willkommen zu der zweiten Episode von FAKE MOVIE REVIEWS, meiner neuen Beitragsreihe über die besten Filme aus Science-Fiction, Horror und Fantasy, die es nie gegeben hat. Wenn du mehr über FAKE MOVIE REVIEWS erfahren möchtest, klicke HIER (demnächst). Let‘s go!


Predomination – Das Grauen in deinem Haus

Land: USA/Kanada
Jahr: 1984
Laufzeit: 89 Minuten
Regie: Charles Band
Darsteller: Demi Moore, John Stockwell, Richard Herd

Ein Jahr vor »Fackeln im Sturm« und zwei Jahre vor »Top Gun« spielte Ex-Modell John Stockwell in einem gänzlich anderen Film eine für ihn eher untypische Rolle. Zusammen mit der noch jungen Demi Moore, die bereits in »Der Killerparasit« schlechte Erfahrungen mit einem blutrünstigen Monster machen durfte, sieht er sich einer tödlichen außerirdischen Gefahr gegenüber.

EIN GEMÜTLICHER ABEND ENDET IN EINEM BLUTBAD

Das ganze Unglück beginnt mit einer Gesteinsprobe, welche eine ferngesteuerten Sonde auf einem extrasolaren Asteroiden birgt. Als die Probe auf der Erde ankommt, wird den Wissenschaftlern um Professor Montgomery Newport (Richard Herd) und Dr. Russell Warden (John Stockwell) ziemlich schnell klar, dass sich Spuren außerirdischen Lebens darin befinden.

Nicole Warden (Demi Moore) ist nicht sicher in ihrem Haus.

Russell wohnt mit seiner Frau Nicole in einem stattlichen Haus in den Wäldern unweit des Laboratoriums. Nicole steht dem Fund skeptisch gegenüber.

Eines Nachts fährt Russell noch einmal ins Labor, weil er vergessen hat, die Versuchsreihe für thermische Belastung auszuschalten und er niemanden mehr im Labor erreicht. Nicole weiß noch nicht, dass es das letzte Mal ist, dass sie ihren Mann als Mensch vor sich hat.

»Aus den außerirdischen Zellen hat sich ein schleimiger Organismus entwickelt.«

Im Labor findet Russell heraus, dass die extrahierten Zellen unter der thermischen Belastung interessante Reaktionen zeigen. In der Petrischale hat sich aus dem Nährboden und den außerirdischen Zellen ein schleimiger Organismus entwickelt.

Russell glaubt, eine revolutionäre Entdeckung gemacht zu haben, und nimmt den Schleim in Augenschein. Als während der Untersuchung seine Armbanduhr in den Laborkasten rutscht, besiegelt das Russells Schicksal.

Nicoles Ehemann Richard hat sich schlagartig verändert.

Bei dem Versuch die Uhr zu bergen, kriecht der Schleim an Russells Arm hinauf. Es kommt zu einem verzweifelten Kampf, doch schließlich dringt der Organismus durch den Mund in Russells Körper ein. In Panik verlässt er das Labor.

Als Russell wie durch ein Wunder unfallfrei nach Hause kommt, sieht Nicole sofort, dass etwas nicht stimmt. Nur bekleidet in Unterwäsche und Bademantel setzt sie ihren kalkweißen und schweißgebadeten Ehemann auf das Sofa vor dem Kamin. Auf die Frage, was geschehen sei, antwortet Russell ausweichend.

DAS ALIEN FINDET SEINEN WIRT

Unerwartet fährt ein Auto vor. Es ist Professor Newport. An der Haustür erkundigt er sich nach Russell. Er sagt, dass er zufällig im Laboratorium war, und dort neben Spuren eines Kampfs auch Russells Armbanduhr entdeckt hat. Außerdem sei eine wissenschaftliche Probe entwendet worden.

Nicole hat einen schrecklichen Verdacht, doch traut sich nicht, ihn zu äußern. Sie sagt Newport, er solle schon einmal ins Wohnzimmer gehen, wo Russell liege. Sie hole eben noch ein paar Medikamente, da es ihrem Mann nicht gutgehe.

Was folgt, ist eine Haunted-House-Story mit einem immer weiter entmenschlichenden Russell. Während Nicole nach Medikamenten sucht, erlangt die außerirdische Lebensform die Kontrolle über Russell.

Nicole muss das Monster aufhalten, um die Welt zu retten.

Sein Äußeres ändert sich schlagartig (»Die Fliege« lässt grüßen) und Professor Newport fällt der blutrünstigen Lebensform zum Opfer. Nicole findet nur noch seinen enthaupteten Leib und Spuren von Schleim und Blut.

Nicole flieht vor dem Monster, ist sich aber bewusst, dass sie Russell aufhalten muss, bevor er zu einer Bedrohung für die Stadt oder gar die ganze Welt wird. Auch die ortsansässige Polizei kann nichts ausrichten, sondern wird von den Krallen des Biests genregerecht kleingeschnitten.

Nicole ist so verzweifelt, dass sie ihr Haus in die Luft jagt, nachdem sie Russell in den mit Gas gefluteten Keller gelockt hat. Russell hat natürlich überlebt und taucht in entstellter Form seiner finalen Gestalt aus den Flammen auf.

Das Monster trachtet nach Nicoles Leben.

Was das außerirdische Monster letzten Endes aufhält, ist Kälte: Nicole flieht halbnackt und blutüberströmt in das Laboratorium, wo Russell die Nachtwächter tötet. Nicole stibitzt ihnen die Waffe und kann damit einen Stickstoffbehälter zerfetzen, der Russell kaltstellt und lähmt.

Bevor er wieder auftauen kann, erscheint die Army und rettet Nicole. Der Colonel, der den Einsatz leitet, versichert ihr, dass das Monster von nun an keine Gefahr mehr für die Erde darstellt.

ÜBERRASCHEND FREIZÜGIG

»Predomination« ist wahrlich kein Meisterwerk der Filmgeschichte. Diese Aussage gilt wohl für viele von Charles Bands Filmen. Charles Band hat übrigens auch »Der Killerparasit« (1982) mit Demi Moore gedreht. Dennoch besitzt »Predomination« einen nicht zu verleugnenden Unterhaltungswert.

Die junge Demi Moore zeigt überraschend viel Fleisch und sieht sich damit in der fragwürdigen Tradition junger hübscher Horror-Film-Opfer. Dass sie überlebt und dem Monster sogar Paroli bietet, ist dem Film hoch anzurechnen.

Nicole und Russell.

Doch auch die für Schönling John Stockwell eher untypische Rolle macht großen Spaß. Und das Monster-Design, dass eindeutig an den Stil eines gewissen H. R. Giger angelehnt ist, sorgt für angenehme Gänsehaut. Das Finale ist sehr unterhaltsam, selbst wenn Phantastik-Fans längst wissen, dass man blobmäßige Aliens am besten mit Kälte aufhält.

»Anderthalb Stunden Nervenkitzel mit einem Schuss unterschwelliger Erotik«

Wenn man »Predomination« eines vorwerfen wollte, dann seine durchaus vorhandenen Längen in der Filmmitte, wie auch die Logik insgesamt. Allerdings fragen wohl die wenigsten Menschen, die sich für phantastische Filme interessieren, nach der Logik, wenn sie anderthalb Stunden soliden Nervenkitzel mit einem Schuss unterschwelliger Erotik geboten bekommen.

★★★★☆

»Predomination« ist ein typischer Vertreter des 80er-Jahre-Horror-Kinos, bei dem das Monster-Design und Demi Moores freizügige Performance herausstechen.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert